Audacity: Speicherproblem bei umfangreichen Mischarbeiten

Hilfe bei der Installation von Manjaro Linux!
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Clemens
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Audacity: Speicherproblem bei umfangreichen Mischarbeiten

#1

Beitrag von Clemens »

Mein Manjaro XFCE läuft auf 16GB RAM und hat auf der Home-Partition mindestens 60GB frei. Mit Audacity will ich nun für eine private Fete ca. 2 Stunden nonstop Tanzmusik zusammenstellen. Für beste Qualität nutze ich WAV-Audiodaten, die ich von einigen Musikalben von Spotify gezogen habe.

Der Temporäre Ordner von Audacity liegt auf einer zweiten Festplatte im PC und hat mindestens 100GB frei. Die Projektdateien werden auf der gleichen Platte gespeichert, wie die zu exportierende Datei, das fertige Produkt der Mischarbeit. Dort sind ca. 60GB frei.

Gerade verlor ich über vier Stunden Arbeit, weil Audacity einfach eingefroren ist. Und das kam so:

Ich wähle eine Musik aus einem Album aus. Das Album liegt mir nur als Ganzes vor. Also schiebe ich das Album in das Schnittfenster rein, finde das Stück, schneide es aus und kopiere es in die beiden Stereo-Hauptspuren. Danach lösche ich das gerade zuvor eingeladene Album wieder aus Audacity.

Ungefähr alle 10 Minuten speichere ich das Ganze als Audacity-Projektdatei ab.

Nachdem ich auf diese Weise ungefähr 30 Minuten Musik zusammen gestellt hatte, wollte ich das Projekt erneut speichern. Aber Audacity meldete, dass auf dem Speichermedium kein Platz mehr zum Speichern sei. Ziemlicher Quatsch, weil da noch mindestens 40GB frei waren! Aber ich hab ja noch andere Festplatten. Aber egal wohin, die Fehlermeldung kommt immer wieder.

Die Projektdatei war zu diesem Zeitpunkt auf ca. 10 GB angewachsen. Dann wollte ich das bisherige Ergebnis wenigstens als WAV exportieren. Zuvor musste ich noch zwei Übergänge korrigieren. Genau dabei fror Audacity dann ein, während Manjaro und alle anderen Programme unbeeinträchtigt weiter liefen.

Mein Verdacht ist, dass Audacity keine sinnvolle Begrenzung der "Undo-Funktion" hat und deshalb alle hinein importierten Musikdateien auch dann noch behält, wenn ich deren Spuren schon längst gelöscht habe. Anders ist auch die Größe der Projektdatei nicht zu erklären.

Meine Fragen daraus:
Hat jemand schon ein ähnliches Problem mit Audacity gehabt? – Und wenn ja, wie konnte es gelöst werden?
Gibt es ein stabiler arbeitendes Programm für diesen Zweck, als Audacity?
Falls mein Verdacht betr. der "Undo-Funktion" zutrifft: Gibt es eine Möglichkeit, diese auf z.B. vier Undo-Schritte zu begrenzen?
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ManTuxer
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Re: Audacity: Speicherproblem bei umfangreichen Mischarbeiten

#2

Beitrag von ManTuxer »

Audacity arbeitet intern im Standard-Abtastformat von 32-Bit. Dadurch werden die Dateien schnell sehr groß. Wenn du sowieso nur mit wav Dateien arbeitest, stelle das auf 16 Bit um, das macht die Dateien um einiges kleiner. Einstellungen → Qualität.
Dabei schau auch mal wo Audacity seinen Temp-Ordner angelegt hat: Einstellungen → Verzeichnisse und korrigiere das evtl. woanders hin. Dort wird auch der freie Speicherplatz angezeigt.

Besser ist es, du schneidest erst alle Stücke einzeln aus und setzt dann anschließend erst dein Projekt um. Ansonsten empfiehlt sich für solche Projekte eher eine DAW wie Ardour, oder eine DJ Software wie Mixxx. Aber auch dafür ist es besser, die Stücke vorher schon einzeln bereit stehen zu haben.

Ein Experte auf dem Gebiet bin ich aber nicht.
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LaGGGer
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Re: Audacity: Speicherproblem bei umfangreichen Mischarbeiten

#3

Beitrag von LaGGGer »

Clemens hat geschrieben: Samstag 7. Januar 2023, 21:47 Für beste Qualität nutze ich WAV-Audiodaten, die ich von einigen Musikalben von Spotify gezogen habe.
Würde ich nicht machen, wenn du verlustfreie Musik brauchst, würde ich WAF In flac konvertieren.
Auch flac ist verlustfrtei, aber die Dateien sind wesendlich kleiner.

Wenn ich das richtig gelesen habe, bietet Spotify flac beim runterladen an, da braucht man nix umzuwandeln.

Wenn dich das interessiert, hier gibt es was über flac zu lesen. Da wird auch alac angesprochen, ist im Prinzip daselbe wie flac, halt nur von Apple:
https://www.cetoday.ch/news/2017-04-25/ ... rerfahrung.

Für was baucht du eigendlich Audacity? Das spielt das jeder Audioplayer in Linux hintereinander ab.
Die Audioplayer Rhytmenbox und Clementine beherschen auch überblenden.
Eigendlich braucht man die Songs nur so im Player umsortieren wie man es haben will. Das ganze dann als Playlist speichern.
Clemens hat geschrieben: Samstag 7. Januar 2023, 21:47 Also schiebe ich das Album in das Schnittfenster rein, finde das Stück, schneide es aus und kopiere es in die beiden Stereo-Hauptspuren.
Auch Alben sollte man als einzelne Musikstücke bei Spotyfy bekommen. Da muss man doch nix schneiden ?!
°°
MfG LaGGGer
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Re: Audacity: Speicherproblem bei umfangreichen Mischarbeiten

#4

Beitrag von djeli »

@Clemens
Ich kann mich ManTuxer nur anschließen.
Einzelne Stücke bearbeiten,kürzen ,abspeichern.
Playlist erstellen und laufen lassen.Die kannst du kurz vor der Party auch noch ändern,wenns sein muß.
Solche langen Spielzeiten habe ich bis jetzt nur mit Ardour gemacht,da ist Audacity nicht für zu gebrauchen.
Zu sperrich,gefahr von einfrieren wie du schon sagtest.
Für ne DAW braucht man ne gewisse einarbeitungszeit,das geht nicht in 4 Stunden.

djeli

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Re: Audacity: Speicherproblem bei umfangreichen Mischarbeiten

#5

Beitrag von Clemens »

Ich danke herzlich für die guten Tipps. Dass FLAC verlustfrei und dennoch wesentlich kleiner als WAV ist, wusste ich nicht. Das ist also eine Eingriffsmöglichkeit für mich.
Die zweite Eingriffsmöglichkeit ist die in Audacity einstellbare Genauigkeit. Da ich bisher nur mit MP§ zu tun hatte, hatte ich die auf Maximum gesetzt und damit zugleich die 32-bit-Verarbeitung aktiviert. Wenn ich aber mit verlustfreien Daten arbeite, wird diese Genauigkeit vermutlich nicht benötigt, sodass ich die herabsetzen kann.

Auf der Website von Audacity fand ich unter "Troubleshooting" interessante Hinweise:
https://support.audacityteam.org/troubl ... d-projects

Zum einen muss mit der vierfachen Datenmenge der Eingabedaten kalkuliert werden, die Audacity dann handhabt. zum zweiten steht da, dass die Audiodaten mittels SQlite Datenbank verwaltet werden. Nun ist mir von einem CRM-System her bekannt, dass man solche Datenbanken "überdehnen" kann, indem man in ein Feld mal locker 1GB oder mehr hinein packt. Die DB passt sich an und stellt dann diese Feldgröße bereit. Wird später der Feldinhalt gelöscht, bildet sich die Größe dieses Feldes nicht wieder zurück. Die DB ist dann um dieses GB aufgebläht, obwohl es inhaltsleer ist. Mein CRM-SYstem ist damals daran "gestorben".

Ich habe mir Ardour und Mixx angeschaut. Das wäre für mich absopluter Overkill. Ich habe niemals die Zeit, mich dort einzuarbeiten. Und auch nicht die Lust dazu. Auf der Website von Ardour steht auch der Hinweis, dass ein "üblich" ausgestatteter PC mit Ardour bis max. ca. 24 Spuren bewältigen kann. Danach wird auch dort die Luft dünn. – Mixx macht dazu gar keine Angaben.

Das Erstellen einer Playlist hatte ich bisher vermieden, da ich die Übergänge zwischen den Titeln nicht fein genug steuern kann mit taktgenauen Überblendungen und der Länge der Überblendung usw. Aber wenn es gar nicht anders machbar wäre, ok, dann schaue ich mir Rhytmenbox und Clementine noch an.

Bisher habe ich bei Spotify nur den kostenfreien Zugang. Bin neu dort und wusste noch nicht, was ich von dort erwarten kann. Herunterladen mache ich zurzeit durch Abspielen und Aufzeichnen mit Audacity und dann eben meist ein ganzes Album. Die Auswahl einzelner Stücke nehme ich dann in Ruhe am PC vor. Ich kenne die Stücke ja nicht "auswendig", da ich überwiegend Instrumentalmusik bevorzuge und das meiste auch von weniger bekannten Künstlern stammt.
Ich müsste jetzt die herunter geladenen Alben mittels Audacity in die Einzelstücke zerlegen und daraus eine Playliste erstellen oder aber die Einzelstücke in Audacity zu einem Gesamtmix zusammen stellen.

Audacity hat noch einen wichtigen Vorteil, nämlich dass ich die Lautstärke und die Klangfarbe der einzelnen Stücke aneinander anpassen kann. Mit Playliste geht das nicht. Das von mir gewünschte Ergebnis ist ein sogenannter Wave-Tanz. Es beginnt als Welle ganz leise, sanft meditativ und geht dann immer heftiger weiter um dann wieder abzuflachen und meditativ auszuklingen. Mit der Art der Zusammenstellung muss ich also auch gezielt so etwas wie ein Stimmungsbild erzeugen. Das kann ich mir nicht vorstellen, wie das mit einer einfachen Playliste gehen könnte.

Jedenfalls komme ich jetzt dank eurer hervorragenden und engagierten Anregungen sicher bald weiter mit meinem Vorhaben! Herzlichen Dank dafür!
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ManTuxer
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Re: Audacity: Speicherproblem bei umfangreichen Mischarbeiten

#6

Beitrag von ManTuxer »

Die Lautstärke bei unterschiedlich lauten Titeln oder Alben auszugleichen geht mit Replay Gain. Die meisten Player können so etwas. Da wird die Lautstärke der Titel angepasst ohne die Datei selber zu verändern.
Um aber die von dir beschrieben Stimmung zu erzeugen würde ich dir trotzdem Ardour ans Herz legen. Damit habe ich auch Alben erstellt aus verschiedenen Stücken die ineinander übergehen. Da kannst du für jedes Stück die Lautstärke anpassen, sogar für einzelne Bereich im Lied gesondert. Die Einarbeitung ist nicht so schwierig wie du dir das vorstellst, zumal du ja keine eigene Musik produzierst.
Es gibt da bei Youtube gute Videos, die dir das Prinzip gut erklären.

Gutes Gelingen!
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ManTuxer
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Re: Audacity: Speicherproblem bei umfangreichen Mischarbeiten

#7

Beitrag von ManTuxer »

Clemens hat geschrieben: Sonntag 8. Januar 2023, 13:51 Da ich bisher nur mit MP§ zu tun hatte, hatte ich die auf Maximum gesetzt und damit zugleich die 32-bit-Verarbeitung aktiviert. Wenn ich aber mit verlustfreien Daten arbeite, wird diese Genauigkeit vermutlich nicht benötigt, sodass ich die herabsetzen kann.
Du verwechselst da die Bitrate mit der Bittiefe.

Die Bitrate bzw. die Menge der pro Sekunde übertragenen Daten ist bei High-Resolution Audio (9.216 kbit/s) ca. sieben Mal höher als bei CDs (1.411 kbit/s) und fast 29 Mal höher als bei MP3s (320 kbit/s). Und je höher die Bitrate, desto präziser das Signal.

Die Bittiefe gibt an, wie viele Bits pro Sample verwendet werden. Oder anders ausgedrückt: Die Bittiefe sagt aus, wie genau oder wie hoch aufgelöst jedes einzelne Sample ist. Dabei wird die Amplitude bzw. der Dynamikumfang des analogen Signals zum Zeitpunkt des Samples bestimmt, also der Bereich zwischen dem schwächsten und dem stärksten Schalldruckpegel. Auf einer CD besitzt jedes Sample eine Tiefe von 16 Bit, wobei auch dieser Wert bei modernen Digitalstandards überschritten wird. Dolby TrueHD erreicht 24 Bit.
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